Kultstätten im Harz    

Der Brocken

Ein heiliger Ort für alle Hexen, weisen Frauen und Eingeweihten ist

der Brocken, der höchste Berg im Harz.

Dort findet alljährlich in der Nacht vom 30.Ostermond (April) zum

1. Wonnemond (Mai) - der Walpurgisnacht - der große Hexensabbat

statt. Seit mehr als 2000 Jahren werden verirrte, unerlöste Seelen,

Gespenster und geächtete Naturgeister von ihren Fesseln erlöst,

so daß sie sich wieder frei bewegen und andere Orte aufsuchen können,

an denen sie sich wohler fühlen. Die Hexen feiern gemeinsam, führen

rituelle Tänze auf, huldigen der Großen Mondgöttin, bringen Opfer

und Weihegaben dar und erneuern ihre Gelübde.

Novizen werden getauft und schwarzmagische Hexen verbannt oder mit

einem Bannspruch belegt. Die erste schriftliche Erwähnung von Hexen-

sabbaten auf dem Brocken findet sich bereits im Jahr 1300.

Der Wurmberg bei Braunlage

Der Wurmberg ist der Zweithöchste Berg neben dem Brocken im Harz.

Die Kultstätte auf dem Plateau ist schon vor Christi Geburt entstanden.

Im "Hexenarchiv" des Hamburgischen Museums für Völkerkunde kann man

über dem Wurmberg lesen.

Der Archäologe Dr. Nowothnig hat dort Fundamente von mindestens zwei

tempelartigen Bauwerken entdeckt.

Diese bedeutende heidnische Kultstätte war in den "Harzsagen" längst

bekannt.

Dr. Nowothnig erforscht den im Volksmund "Hexentreppe", früher

"Heidentreppe", genannten Aufstieg aus großen Felsbrocken, der genau

an dem Steinwall endet, hinter dem die Fundamente der Kultstätte liegen.

Er ließ sich von einer überlieferten Sage anregen, daß es auf der entgegen-

gesetzten Seite einen zweiten Weg zum "heidnischen Tempel" gäbe.

Er fand dort tatsächlich einen aus Steinplatten angelegten Weg.

Dieser lag 50 cm unter dem Moorboden, und führt auch zu den beiden

riesigen eingebauten Steinterrassen, die das Wurmbergplateau unterhalb

des Kultplatzes wie ein Ring umschließen.

Es konnte bisher keine Datierung der Anlage angegeben werden.

Innerhalb des leicht ovalen halbhohen Ringwalles von 24 x 26 m lagen

die als Tempelanlage bezeichneten Steinbauten aus vermutlich keltischer Zeit.

Einhornhöhle Scharzfeld

Als Kulthöhle wird von einigen Ausgräbern die mit 550 m Länge große

Einhornhöhle in Scharzfeld angesehen.

Aufgrund der Lage (abgeschlossenes Tal) und der Funde (Knochen mit

Brandeinwirkung, menschliche Skelettreste mit rituellen Schnitten

und Zertrümmerungen, Schacht).

1872 grub Virchow, und schon vor ihm 1784 Goethe an dieser Stelle.

Allerdings fanden schon im Jahre 1583 Grabungen in der Höhle statt.

Auf der suche nach "Einhornknochen"; dem heilsame Wirkungen

zugeschrieben wurden, wenn man die Knochen zermahlen würde.

Steinkirche Scharzfeld

Nicht weit von der "Einhornhöhle" oberhalb von Scharzfeld liegt die

Höhle Steinkirche, mit einem herrlichen Blick auf das Mönchetal.

Sie wurde während der Eiszeit von Rentierjägern bewohnt.

Im frühen Mittelalter wurde die Klufthöhle zu einer christlichen Kultstätte

umgebaut: In den Fels der Höhlenwände wurden Altar, Kanzel, Schiff

und Nische für einen Weihwasserbehälter geschlagen.

So wie auch bei den Externsteinen. Dieser Geheimnisvolle Ort unterwirft

jeden Besucher einem Mystischen Sog.

Für die Zeitschrift "Heidentum & Naturreligion" ist das ganz klar eine

heidnische Kultstätte. Es ist eine uralte Kultstätte der "Großen Mutter".

Die Öffnung in der Höhlendecke ist "ein Sinnbild der Öffnung des mütter-

lichen Erdenschoßes für die Kräfte des Himmelsvaters".

 

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